Seevetal, April 2026 // Lebendig ging es trotzdem zu, noch am Nachmittag waren die Gänge gut gefüllt. Die 198 Ausstellenden freuten sich über die gute Frequenz und viele ergiebige Gespräche. Die 2.083 Besuchenden, vorwiegend aus dem Handel, informierten sich über Neuigkeiten, probierten und trafen ihre Lieferant:innen. Auch Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, besuchte die BioWest. Auf ihrem Rundgang traf sie Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen ebenso wie Vertreter:innen der Anbau- und Branchenverbände. „Die BioWest zeigt, wie viel Innovationskraft in der Branche und im Handel steckt“, stellte die Ministerin fest. „In Nordrhein-Westfalen unterstützen wir den Ökolandbau verlässlich – von den Öko-Prämien über die Unterstützung der Anbauverbände bis hin zu Bildung, Beratung und Versuchswesen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Ein weiteres besonderes Beispiel sind unsere fünf Öko-Modellregionen, in denen wir die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Handel, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung ausbauen. Darüber hinaus unterstützen wir seit vielen Jahren die regionale Vermarktung, weil uns die heimische Land- und Ernährungswirtschaft am Herzen liegt.“
Im Fokus der diesjährigen BioWest stand eindeutig der intensive Austausch an den Ständen. Dabei boten auch die gut besetzten Veranstaltungen spannende Impulse: Simon Döring, SDServices und Fabian Ganz, BioVista, präsentierten aktuelle Branchenzahlen. In der anschließenden Podiumsdiskussion saßen sie ebenfalls gemeinsam mit Kathrin Jäckel, BNN, Andreas Hartkorn, Hartkorn Gewürzmühle, und Alexander Vollbach, Niyok, auf dem Podium. Eigentlich hatte sich die von Detlef Harting, Harting & Tovar, moderierte Runde das Thema gesetzt, wie mehr Menschen von Bio zu begeistern wären – angesichts der Abwesenheit des Bio-Handels im Publikum konzentrierten sie ihre Diskussion spontan auf das Thema, wie der Handel stärker für das Thema Kommunikation zu begeistern wäre. Zum Beispiel, wenn es um Social Media geht: „Der beste Influencer ist der Laden selbst«, stellte Simon Döring fest und Andreas Hartkorn bestätigte: „Man muss da sein, wo die Leute sind. Digitale Kanäle würden immer wichtiger.“ Alexander Vollbach ergänzt: „Gerade junge Kundinnen und Kunden gehen nicht mehr in den Laden, um sich beraten zu lassen, das findet heute online statt.“ Altbewährte Standardformeln würden nicht mehr greifen, so zum Beispiel sei die junge Mutter nicht mehr automatisch als Neukundin zu gewinnen: „Das bespielen heute andere besser«, konstatierte Fabian Ganz. Kathrin Jäckel wünschte sich mehr Leichtigkeit in der Ansprache: „Manchmal steht uns unsere Begeisterung und Werteorientierung auch im Weg, vielleicht könnten wir uns öfter einfach mal locker machen und mit einem Augenzwinkern kommunizieren.« Naturkosmetik-Expertin Mirja Eckert nahm den Ball auf und ermutigte ebenfalls dazu, Naturkosmetik zeitgemäß zu inszenieren und Menschen außerhalb der Bio-Bubble zu erreichen.
„Wir freuen uns natürlich sehr über den Zuspruch für die BioWest in Düsseldorf«, sagt BioMessen-Veranstalter Matthias Deppe. „Wir sehen an den Zahlen, dass die BioMessen trotz der anhaltend herausfordernden wirtschaftlichen Gesamtsituation für die Branche gesetzt sind. So blieb in Düsseldorf die Gesamtstandfläche trotz eines leichten Rückgangs bei den Ausstellendenzahlen nahezu gleich.« Nach einer erfolgreichen BioOst für alle und einer erfolgreichen BioWest für Fachpublikum wurde den Veranstaltern natürlich häufig die Frage gestellt, was sie für 2027 planen: „Wir werden nun erst einmal die Zahlen und Umfragen beider Messen auswerten und sorgfältig Bilanz ziehen«, kündigt Veranstalter Wolfram Müller an.
Im Herbst folgen zunächst am 27. September die BioSüd in Augsburg und die BioNord am 11. Oktober in Hamburg, die wie gewohnt als reine Fachmessen stattfinden.