22. April 2026

Bio­West 2026
Leb­haf­ter Bran­chen-Treff in Düsseldorf

Eine Woche nach der BioOst in Leipzig traf sich die Bio-Branche am 19. April erneut auf der BioWest in Düsseldorf. Mit einem Unterschied: Diesmal blieb das Fachpublikum unter sich.


See­ve­tal, April 2026 /​/​ Leben­dig ging es trotz­dem zu, noch am Nach­mit­tag waren die Gän­ge gut gefüllt. Die 198 Aus­stel­len­den freu­ten sich über die gute Fre­quenz und vie­le ergie­bi­ge Gesprä­che. Die 2.083 Besu­chen­den, vor­wie­gend aus dem Han­del, infor­mier­ten sich über Neu­ig­kei­ten, pro­bier­ten und tra­fen ihre Lieferant:innen. Auch Sil­ke Gori­ßen, Minis­te­rin für Land­wirt­schaft und Ver­brau­cher­schutz des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len, besuch­te die Bio­West. Auf ihrem Rund­gang traf sie Unter­neh­men aus Nord­rhein-West­fa­len eben­so wie Vertreter:innen der Anbau- und Bran­chen­ver­bän­de. „Die Bio­West zeigt, wie viel Inno­va­ti­ons­kraft in der Bran­che und im Han­del steckt“, stell­te die Minis­te­rin fest. „In Nord­rhein-West­fa­len unter­stüt­zen wir den Öko­land­bau ver­läss­lich – von den Öko-Prä­mi­en über die Unter­stüt­zung der Anbau­ver­bän­de bis hin zu Bil­dung, Bera­tung und Ver­suchs­we­sen der Land­wirt­schafts­kam­mer Nord­rhein-West­fa­len. Ein wei­te­res beson­de­res Bei­spiel sind unse­re fünf Öko-Modell­re­gio­nen, in denen wir die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Land­wirt­schaft, Han­del, Gas­tro­no­mie und Gemein­schafts­ver­pfle­gung aus­bau­en. Dar­über hin­aus unter­stüt­zen wir seit vie­len Jah­ren die regio­na­le Ver­mark­tung, weil uns die hei­mi­sche Land- und Ernäh­rungs­wirt­schaft am Her­zen liegt.“

Im Fokus der dies­jäh­ri­gen Bio­West stand ein­deu­tig der inten­si­ve Aus­tausch an den Stän­den. Dabei boten auch die gut besetz­ten Ver­an­stal­tun­gen span­nen­de Impul­se: Simon Döring, SDSer­vices und Fabi­an Ganz, Bio­Vis­ta, prä­sen­tier­ten aktu­el­le Bran­chen­zah­len. In der anschlie­ßen­den Podi­ums­dis­kus­si­on saßen sie eben­falls gemein­sam mit Kath­rin Jäckel, BNN, Andre­as Hart­korn, Hart­korn Gewürz­müh­le, und Alex­an­der Voll­bach, Niyok, auf dem Podi­um. Eigent­lich hat­te sich die von Det­lef Har­ting, Har­ting & Tovar, mode­rier­te Run­de das The­ma gesetzt, wie mehr Men­schen von Bio zu begeis­tern wären – ange­sichts der Abwe­sen­heit des Bio-Han­dels im Publi­kum kon­zen­trier­ten sie ihre Dis­kus­si­on spon­tan auf das The­ma, wie der Han­del stär­ker für das The­ma Kom­mu­ni­ka­ti­on zu begeis­tern wäre. Zum Bei­spiel, wenn es um Social Media geht: „Der bes­te Influen­cer ist der Laden selbst«, stell­te Simon Döring fest und Andre­as Hart­korn bestä­tig­te: „Man muss da sein, wo die Leu­te sind. Digi­ta­le Kanä­le wür­den immer wich­ti­ger.“ Alex­an­der Voll­bach ergänzt: „Gera­de jun­ge Kun­din­nen und Kun­den gehen nicht mehr in den Laden, um sich bera­ten zu las­sen, das fin­det heu­te online statt.“ Alt­be­währ­te Stan­dard­for­meln wür­den nicht mehr grei­fen, so zum Bei­spiel sei die jun­ge Mut­ter nicht mehr auto­ma­tisch als Neu­kun­din zu gewin­nen: „Das bespie­len heu­te ande­re bes­ser«, kon­sta­tier­te Fabi­an Ganz. Kath­rin Jäckel wünsch­te sich mehr Leich­tig­keit in der Anspra­che: „Manch­mal steht uns unse­re Begeis­te­rung und Wer­te­ori­en­tie­rung auch im Weg, viel­leicht könn­ten wir uns öfter ein­fach mal locker machen und mit einem Augen­zwin­kern kom­mu­ni­zie­ren.« Natur­kos­me­tik-Exper­tin Mir­ja Eckert nahm den Ball auf und ermu­tig­te eben­falls dazu, Natur­kos­me­tik zeit­ge­mäß zu insze­nie­ren und Men­schen außer­halb der Bio-Bubble zu erreichen.

„Wir freu­en uns natür­lich sehr über den Zuspruch für die Bio­West in Düs­sel­dorf«, sagt Bio­Mes­sen-Ver­an­stal­ter Mat­thi­as Dep­pe. „Wir sehen an den Zah­len, dass die Bio­Mes­sen trotz der anhal­tend her­aus­for­dern­den wirt­schaft­li­chen Gesamt­si­tua­ti­on für die Bran­che gesetzt sind. So blieb in Düs­sel­dorf die Gesamt­stand­flä­che trotz eines leich­ten Rück­gangs bei den Aus­stel­len­den­zah­len nahe­zu gleich.« Nach einer erfolg­rei­chen Bio­Ost für alle und einer erfolg­rei­chen Bio­West für Fach­pu­bli­kum wur­de den Ver­an­stal­tern natür­lich häu­fig die Fra­ge gestellt, was sie für 2027 pla­nen: „Wir wer­den nun erst ein­mal die Zah­len und Umfra­gen bei­der Mes­sen aus­wer­ten und sorg­fäl­tig Bilanz zie­hen«, kün­digt Ver­an­stal­ter Wolf­ram Mül­ler an. 

Im Herbst fol­gen zunächst am 27. Sep­tem­ber die Bio­Süd in Augs­burg und die BioNord am 11. Okto­ber in Ham­burg, die wie gewohnt als rei­ne Fach­mes­sen stattfinden.